Das Alpaka

Caria Dusty
Überordnung:                         
Laurasiatheria
Ordnung:
Paarhufer (Artiodactyla)
Unterordnung:
Schwielensohler (Tylopoda)
Familie:
Kamele (Camelidae)
Gattung:
Vicugna
Art:
Alpaka
 
 

Das Alpaka (wissenschaftlicher Name: Vicugna pacos), auch Pako, ist eine aus den südamerikanischen Anden stammende, domestizierte Kamelform, die vorwiegend ihrer Wolle wegen gezüchtet wird. In Europa wird Alpakawolle bisher eher wenig genutzt. Aufgrund des ruhigen und friedlichen Charakters der Alpakas werden diese auch in der tiergestützten Therapie eingesetzt. Es gibt zwei Alpakatypen, das Huacaya und das Suri. Sie unterscheiden sich in der Struktur ihrer Faser: Das Huacaya-Alpaka hat eine feine, gleichmäßig gekräuselte Faser (Crimp) und einige Grannenhaare (Deckhaare), die möglichst fein sein sollten. Das Suri-Alpaka hingegen hat keine Kräuselung (Crimp) in der Faser, das Haar bildet gelockte, gerade Strähnen, die am Tier herabhängen. Dadurch wirken Suris oft schmaler als Huacayas.

Merkmale

Wie bei allen Kamelen ist der Körperbau der Alpakas durch relativ langgestreckte, schlanke Beine, einen langen, dünnen Hals und einen kleinen, dreieckigen Kopf charakterisiert. Wie alle Neuweltkamele haben sie keinen Höcker. Sie sind etwas kleiner als Lamas, mit einem Gewicht von etwa 55 bis 75 Kilogramm aber vor allem deutlich leichter. Die Farben der Tiere reichen von reinweiß über beige zu allen Braun- und Rotbrauntönen bis hin zu Grauabstufungen und tiefschwarz. Es gibt außerdem mehrfarbige, gescheckte Tiere in vielen Variationen.

Lebensweise

Alpakas sind wie alle Kamele soziale Tiere (Herdentiere) und fühlen sich in Gruppen am wohlsten. Sie sind Pflanzenfresser und ernähren sich fast ausschließlich von Gräsern. Wie alle Kamele haben sie einen dreiteiligen Magen, der das Verdauen der Pflanzennahrung erleichtert. Auch verfügen sie nicht über obere Schneidezähne, sondern eine Kauplatte.

Die Tiere müssen laut aktueller Tierschutzverordnung einmal jährlich geschoren werden. Die Rohwolle kann zu hochwertigem Alpakagarn verarbeitet werden.

Fortpflanzung

Die Ovulation bei der Alpakastute wird erst durch den Deckakt ausgelöst (provozierte Ovulation). Damit sind Alpakastuten das ganze Jahr über fähig, erfolgreich gedeckt zu werden und sind nicht an eine bestimmte Jahreszeit oder Saison gebunden. Die Tragzeit beträgt 330 bis 350 Tage, danach bringt das Weibchen meist ein einzelnes Jungtier – auch „Cria“ genannt – zur Welt. Dieses wird rund sechs bis acht Monate gesäugt und erreicht mit durchschnittlich 12–24 Monaten die Geschlechtsreife, individuelle Früh- und Spätentwickler sind möglich.

Geschichte

Die Domestikation der Alpakas wie auch der Lamas setzte schon um 3000 v. Chr. ein. Während das Lama den südamerikanischen Zivilisationen vor allem als Lasttier diente, wurde das Alpaka wegen seiner Wolle gezüchtet. Bei den Inka galt ein Alpakamantel als Zeichen des Wohlstands; allerdings war der herrschenden Kaste die noch feinere Wolle der Vikunjas vorbehalten. Die Inkas züchteten große Alpakaherden, dies änderte sich mit der Eroberung Perus durch die Spanier. Die Eroberer brachten Schafe mit und zeigten kein Interesse daran, die einheimischen Nutztiere zu erforschen; so wurde das Alpaka zum Nutztier der armen, indianischen Bevölkerung, das zwischenzeitlich fast ausgestorben war.

Erst mit der Unabhängigkeit der Staaten Südamerikas erkannte man erneut den Wert des Alpakas. Die Zucht wurde wieder aufgenommen und die Wolle in alle Welt exportiert. Heute gibt es etwa drei Millionen Alpakas, vorwiegend im südlichen Peru, dem westlichen Bolivien und Chile.

Auch in der Schweiz werden zunehmend mehr Alpakas gehalten, teils als Hobby, teils zur Züchtung. Die Zuchttiere wurden anfänglich importiert, doch mittlerweile weisen die Alpakas in Schweiz die notwendige Qualität der Faser auf und es wird vermehrt auf die Stammbäume geachtet.

Systematik

Es war lange ungeklärt, wer der Vorfahr des Alpakas ist. Die gängige Lehrmeinung sah das Guanako als gemeinsamen Ahnen des Lamas und des Alpakas. Schon früh gab es jedoch auch Theorien, wonach das Alpaka vom Vikunja abstamme. Im Jahre 2001 wurden diese durch neue DNA-Untersuchungen bestätigt.Aus diesem Grund wurde der früher genutzte wissenschaftliche Name Lama pacos durch Vicugna pacos ersetzt.

Was ist der Unterschied zwischen Alpaka und Lama ?

Ursprünglich wurden Lamas von den Inkas für den Lastentransport gezüchtet, da Sie kein Rad kannten, deshalb mussten Lamas gross und stark sein und in der Lage einige Kilogramm Lasten zu tragen. Alpakas hingegen wurden und werden zur Fasergewinnung gezüchtet, deshalb sind unsere Alpakas deutlich kleiner aber wolliger als Lamas.

Alpaka:
Stockmass 80cm bis 100cm
gerade, speerförmige Ohren
trägt den Schwanz tief angesetzt 
Lama:
Stockmass über 100cm
lange, abgerundete Bananenohren
trägt den Schwanz hoch angesetzt

 

Es gibt noch weitere Unterschiede z.B im Knochenbau oder in der Zahnbeschaffenheit, diese jedoch sind für einen Laien schwer ersichtlich.

 

Literaturhinweise
  • Eric Hoffman: The Complete Alpaca Book. Bonny Doon Press, 2006
  • Ronald M. Nowak: Walker’s Mammals of the World. Johns Hopkins University Press, Baltimore 1999
  • William Walton: Das Alpaca, seine Einführung in den britischen Inseln, betrachtet als ein Nationalvortheil und als ein Gegenstand unmittelbarer Nützlichkeit für Landwirthe und Fabrikanten. Mäcken, Reutlingen 1845
  • D. E. Wilson & D. M. Reeder: Mammal Species of the World. Johns Hopkins University Press, Baltimore 2005

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